Reis und Getreide

Reis und Getreide

Italien ist ein wahres Reisparadies für alle, die dieses vielseitige Getreide besonders schätzen und es zur Zubereitung regionaler Köstlichkeiten der italienischen Küche nutzen. Der Volksmund sagt: Nasce nell’acqua, muore nel vino (Er wächst im Wasser, er stirbt im Wein.). Dieses Sprichwort begleitet den Reis in Norditalien seit Jahrhunderten.

Zwischen Vercelli und Novara im Piemont wird rund 50 % des italienischen Reises angebaut – ein echtes Alleinstellungsmerkmal der italienischen Biodiversität. Die Landschaft der Reisfelder wirkt wie ein faszinierendes, unendliches Schachbrett und verzaubert jeden Besucher.

Die traditionelle Reissorte der Provinz Vercelli ist der Balilla-Reis, dessen mittlere bis kleine Rundkörner besonders für Suppen (zuppe) und Desserts (dolci) geeignet sind. Der Carnaroli-Reis, eine Kreuzung aus Lencino und Vialone aus den vierziger Jahren, glänzt in einem cremigen Risotto mit Steinpilzen oder Alba-Trüffeln. Mit einer perfekten Kochzeit von 18 bis 20 Minuten ist er die ideale Sorte für dieses Gericht. Die Kunst des Risotto-Kochens ist so prägend, dass es sogar ein eigenes italienisches Verb gibt: „risottare“ – die Kunst, ein perfekt cremiges Risotto zuzubereiten.

Ein Besuch in dem kleinen Dorf Arborio bei Vercelli lohnt sich: Hierher stammt der gleichnamige Arborio-Reis, dessen große Körner sich ideal für Risotti oder Budini di riso (Reis-Pudding) eignen. Neben den Klassikern gibt es auch exotische Sorten wie den dunkelvioletten bis Riso nero schwarzen Reis (schwarzen Reis), der reich an Antioxidantien ist und dessen äußere Schale nicht vollständig entfernt wird.

Während der Reis in Norditalien vor allem als Grundzutat für traditionelle Erstgerichte gefeiert wird, ist er in Mittel- und Süditalien der Star des Street Food: Die Reis-Supplì aus dem Latium – frittierte, ovale Reisbällchen, meist mit Hinterschinken und Mozzarella gefüllt – oder die Arancine (bzw. Arancini) aus Kalabrien und Sizilien – knusprige, gefüllte Reisbällchen – sind nur einige der kulinarischen Gaumenfreuden.

Besonders empfehlenswert ist ein Besuch der Tenuta Colombara, einem historischen Gutshof in der Provinz Vercelli, wo Sie faszinierende Einblicke in die Tradition und das Handwerk des Reisanbaus erhalten. Ebenfalls lohnenswert ist das Museo Agricolo Multimediale del Riso in der Lomellina, ein multimediales Agrarmuseum in der Nähe von Pavia in der Lombardei. Ein weiteres Highlight ist das Principato di Lucedio, ein historisches Landgut und eine der bekanntesten Reismanufakturen in der Provinz Vercelli, wo bereits im 15. Jahrhundert Zisterziensermönche mit dem Anbau von Reis begannen.

Selbstverständlich sollten Sie auch eines der lebendigen Reis-Volksfeste oder -Festivals besuchen, wie etwa das Risò, das internationale Reisfestival, das jedes Jahr im September in Vercelli stattfindet.

Hoch lebe der italienische Reis!