Venetien, die nordöstliche Kornkammer Italiens, ist bis heute weltberühmt für die faszinierende Geschichte und Kunst ihrer Hauptstadt Venedig. Die Republik Venedig, eine der mächtigen Seerepubliken, erlebte hier ihren glanzvollen Höhepunkt als Zentrum des Handels und als Schmelztiegel verschiedener Völker und Kulturen. Exotische Gewürze, die durch intensive Handelsbeziehungen in die Lagunenstadt gelangten, prägten die üppigen Festbankette jener Zeit und hinterließen Spuren, die bis heute in den gastronomischen Traditionen Venetiens nachwirken. Schon damals waren Pasta in vielfältigen Formen wie Vermicelli, Lasagne und Bigoli beliebt, ebenso wie Reis und Polenta. Letztere hat in Venetien eine besondere Heimat gefunden, dank des Anbaus des Weißen Perlenmaises (Mais biancoperla), der für seinen delikaten Geschmack geschätzt wird und heute ein geschütztes Produkt des Slow Food-Netzwerks ist. Ursprünglich ein Arme-Leute-Essen, fehlt Polenta auf keiner venezianischen Speisekarte, sei es als reichhaltiges Erstgericht (primo piatto), gewürzt mit regionalen Käsesorten und Butter, oder als Beilage (contorno) zu gegrillten Fleisch- und Fischspezialitäten an der Küste wie im Landesinneren.
Fisch spielte schon immer eine zentrale Rolle in der venezianischen Küche. Berühmte Gerichte sind etwa der „Baccalà alla veneziana“ (nach venezianischer Art) und der „Baccalà alla vicentina“ (nach Vicentiner Art). Dieser aus Nordeuropa stammende Fisch wird jedes Jahr im Rahmen des Festival del Baccalà alla Vicentina gefeiert. Wenn Sie während der spektakulären Notte del Redentore am 19. Juli in Venedig weilen, sollten Sie unbedingt das traditionelle Gericht „Le sogliole in saor“ probieren, Seezungen in Saor, einer typischen Soße aus Essig (oder Sapa, je nach Rezept), Zwiebeln, Rosinen, Pinienkernen und Pfeffer.
Venetien ist auch für seine verschiedenen Gemüse berühmt: Im Winter glänzt der Radicchio rosso di Treviso IGP/g.g.A. der Diamant der venezianischen Landwirtschaft, der frisch in Salaten mit nativem Olivenöl extra, einem Hauch Essig und Meersalz oder in einem feinen Risotto, am besten mit Riso Nano Vialone Veronese IGP/g.g.A., serviert wird. Im Frühling locken die Märkte mit verschiedenen Sorten weißen Spargels, darunter der Asparago Bianco di Bassano DOP/g.U. und der Asparago Bianco di Cimadolmo IGP/g.g.A., die besonders geschätzt und sogar nach Nordeuropa exportiert werden.
Die Bergweiden Venetiens schenken seit Jahrhunderten aromatische Käsesorten wie Asiago DOP/g.U. und Grana Padano DOP/g. U., die sich perfekt mit regionalen Honigsorten wie dem Miele dei Monti Bellunesi DOP/g.U. kombinieren lassen.
Doch Venetien ist nicht nur die nordöstliche Kornkammer Italiens, sondern auch eine der berühmtesten Weinregionen des Belpaese! Amarone della Valpolicella DOCG und Valdobbiadene Prosecco (oder Conegliano Prosecco) DOCG zählen zu den beliebtesten edlen Tropfen und gelten als kulturelle Exportschlager der Region.
Und natürlich steht Venetien auch für das Dolce Vita: Bei Ihrem nächsten Besuch sollten Sie unbedingt die traditionellen Biscottini Zaleti und Bussolà (von der Insel Burano) probieren!
Venetien – wo fruchtbare Felder auf Weinberge treffen und jeder Bissen Kulturgeschichte erzählt