Natives Olivenöl extra: das grüne Gold Italiens

Ein Bild des nativen Olivenöls extra: das grüne Gold Italiens

Liebe Gourmets, olio extravergine di oliva – natives Olivenöl extra –  ist neben Brot und Wein das grüne Gold Italiens und eine wichtige Säule der italienischen Küche. Es bildet mit ihnen die Triade der berühmten „Mittelmeer-Diät“, die auch in anderen Ländern des Mittelmeers (Dieta mediterranea) zu Hause ist.

Italien verfügt dank seiner Biodiversität über 600 Olivensorten (auf Italienisch sogenannte Cultivar). Jede Region produziert natives Olivenöl extra, außer die nordwestlichen Regionen Val d‘Aosta (Aostatal) und Piemonte (Piemont). Das Belpaese besitzt weltweit die größte Sortenvielfalt. Es gibt aktuell registrierte 672 Olivensorten in Italien.

Italien ist stolz auf seine Biodiversität und produziert 50 native Olivenöl extra mit entsprechender geschützter Zertifizierung als DOP (Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung, g.U.) oder IGP (Produkt mit geschützter geographischer Angabe, g.g.A.). Diese sind:

  • Alto Crotonese DOP (Kalabrien)
  • Aprutino Pescarese DOP (Abruzzen)
  • Brisighella DOP (Emilia Romagna)
  • Bruzio DOP (Kalabrien)
  • Canino DOP (Latium)
  • Cartoceto DOP (Marken)
  • Chianti Classico DOP (Toskana)
  • Cilento DOP (Kampanien)
  • Collina di Brindisi DOP (Apulien)
  • Colline di Romagna DOP (Emilia Romagna)
  • Colline Pontine DOP (Latium)
  • Colline Salernitane DOP (Kampanien)
  • Colline Teatine DOP (Abruzzen)
  • Dauno DOP (Apulien)
  • Garda DOP (Venetien)
  • Irpinia – Colline dell’Ufita DOP (Kampanien)
  • Laghi Lombardi DOP (Lombardei)
  • Lametia DOP (Kalabrien)
  • Lucca DOP (Toskana)
  • Marche IGP (Marken)
  • Molise DOP (Molise)
  • Monte Etna DOP (Sizilien)
  • Monti Iblei DOP (Sizilien)
  • Olio di Calabria IGP (Kalabrien)
  • Olio di Campania IGP (Kampanien)
  • Olio Lucano IGP (Basilikata)
  • Olio di Puglia IGP (Apulien)
  • Olio di Roma IGP (Latium)
  • Penisola Sorrentina DOP (Kampanien)
  • Pretuziano delle Colline Teramane DOP (Abruzzen)
  • Riviera Ligure DOP (Ligurien)
  • Sabina DOP (Latium)
  • Sardegna DOP (Sardinien)
  • Seggiano DOP (Toskana)
  • Sicilia IGP (Sizilien)
  • Tergeste DOP (Friaul-Julisch Venetien)
  • Terra di Bari DOP (Apulien)
  • Terra d’Otranto DOP (Apulien)
  • Terre Aurunche DOP (Kampanien)
  • Terre di Siena DOP (Toskana)
  • Terre Tarantine DOP (Apulien)
  • Toscano IGP (Toskana)
  • Tuscia DOP (Latium)
  • Umbria DOP (Umbrien)
  • Val di Mazara DOP (Sizilien)
  • Valdemone DOP (Sizilien)
  • Valle del Belice (Sizilien)
  • Valli Trapanesi DOP (Sizilien)
  • Veneto Valpolicella, Veneto Euganei e Berici, Veneto del Grappa DOP (Venetien)
  • Vulture DOP (Basilikata)

 

Woher stammt das native Olivenöl extra überhaupt? Als Ursprungsgebiet wird vor ca. 10.000 Jahren der sogenannte fruchtbare Halbmond identifiziert. Es handelt sich dabei um ein Gebiet im Nahen Osten, gelegen zwischen der Sinai-Halbinsel im Westen und dem Persischen Golf im Süden des Irak im Osten, welches die Form eines Halbmondes bildet, mit den heutigen Staaten Palästina, Libanon, Israel, Jordanien, Syrien und Türkei.

Der Olivenbaum (botanischer Name Olea europae sativa) gilt heute als Symbolpflanze des Mittelmeergebietes.
Um 400 v. Chr. brachten die Altgriechen die ersten Olivenbäume nach Italien in die Regionen Kalabrien, Sizilien und Sardinien, wo sich die Pflanzen dank des milden Klimas und der idealen Bodenstruktur gut entwickeln konnte. Die alten Römer zelebrierten die Anwendung des Olivenöls nicht nur in der Küche, sondern auch in der Kosmetik, als Reinigungsmittel für die persönliche Körperhygiene, darüber hinaus fand es sogar als Zahlungsmittel zur Begleichung von Zöllen Verwendung.

Insgesamt unterscheidet man die folgenden verschiedenen Klassen von nativem Olivenöl:

  • Natives Olivenöl extra: olio extra vergine di oliva
  • Natives Olivenöl: olio vergine di oliva
  • Oliven-Lampenöl: olio lampante

 

Olio extra vergine di oliva (natives Olivenöl extra) ist die qualitativ höchste Kategorie und muss gemäß den entsprechenden EU-Vorschriften über folgende Eigenschaften verfügen:

  • keinen Fehler in Bezug auf seine organoleptischen Eigenschaften,
  • fruchtiger Geschmack,
  • Säuregehalt nicht höher als 0,8 %.

 

Natives Olivenöl extra ist reich an gesunden einfach ungesättigten Fettsäuren (Ölsäuren, Linölsäuren), Antioxidantien (Vitamin E, α-Tocopherol) und Polyphenolen (Oleuropin, Oleocanthal, Flavonoide).

Als Verbraucher sollten Sie die Informationen auf dem Etikett beachten und zwar: Bezeichnung (natives Olivenöl extra), einfache Ursprungsbezeichnung (z.B. Italien, bzw. Garda DOP, Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung g.U.), Zusatzangabe zur Kategorie (z.B. erste Güteklasse – direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischem Verfahren gewonnen), Aufbewahrungsbedingungen, Füllmenge, Mindesthaltbarkeit und Charge (z.B. 405/786532).

Dank seiner bedeutsamen Inhaltsstoffe ist natives Olivenöl ein sehr wichtiges Lebensmittel für eine gesunde Ernährung und beugt u.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Italien hat viele Olivensorten, sogenannte Cultivar. Die wichtigsten sind:

  • Canina: Region Latium (Gebiet von Viterbo)
  • Bianchera: Region Friaul-Julisch Venetien (Gebiet um Trieste) und Istrien (Kroatien)
  • Ogliarola barese (benannt auch Cima di Bitonto oder Paesana), Regionen Apulien und Basilikata
  • Coratina: Region Apulien
  • Taggiasca: Region Ligurien, als Tafelolive und zur Herstellung vom nativen Olivenöl extra
  • Frantoio: Toskana und andere Regionen Mittelitaliens
  • Moraiola: Regionen Toskana und Umbrien
  • Perenzana: Region Apulien, als Tafelolive und zur Herstellung vom nativen Olivenöl extra
  • Nocellara Etnea: Region Sizilien (Gebiet von Catania und Hänge des Ätna), als Tafelolive und zur Herstellung vom nativen Olivenöl extra
  • Tonda: Region Kalabrien, als Tafelolive und zur Herstellung vom nativen Olivenöl extra

 

Man unterscheidet zwischen reinsortigen nativen Olivenöl extra (olio extra vergine di oliva monocultivar) und Blend, d.h. natives Olivenöl extra aus verschiedenen Olivensorten.

Die meisten Gerichte der italienischen Küche werden mit nativem Olivenöl extra zubereitet. Als Klassiker zählen zum Beispiel Bruschetta (geröstete Weißbrotscheiben) und unter den primi piatti (Erstgerichte) die berühmte pasta aglio, olio e peperoncino.

Als Tourist können Sie sich in Italien von Oktober bis Januar bei einigen Olivenölherstellern aktiv an der Olivenernte beteiligen.

Ein interessanter Tipp für Sie: Liebhaber des Olio extra vergine di oliva können bei dem Olivenölhersteller Riserva Masillo 1919 einen Olivenbaum (albero di ulivo) adoptieren!